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Blower-Door Untersuchungen
Bei dem Blower-Door Verfahren  handelt  es sich um ein messtechnisches Verfahren gemäß DIN EN 13829, mit der die Luftdichtheit und Winddichtigkeit  von  Gebäuden  und  Bauteilen festgestellt und  gemessen  werden  kann,  sowohl  in  den  Bereichen

 A l t b a u    als auch    N e u b a u

 Mögliche Probleme bei nicht luftdichten Gebäuden wären:
  • Beschädigung an Gebäudeteilen durch eindringende Feuchtigkeit
  • Wärmeverluste durch unkontrolliert aus dem Gebäudeinneren ausströmende erwärmte Luft, sogenannte  Heizungs- bzw. Energieverluste
  • Verminderung des Wohlbefindens und der Raumluftqualität durch entstehende Zugluft
  • Minderung des Schallschutzes
ImageGrundprinzip für das Messverfahren ist das Erzeugen eines Luftunter- oder Überdrucks im Gebäude. Hierzu wird mit einem in einer Gebäudeöffnung (Fenster oder Haustür) abgedichtet montierten Ventilator Luft aus dem Gebäude geblasen. Der Ventilator ist mit Messgeräten ausgestattet, die das Luftvolumen, das aus dem Gebäudeinneren geblasen wird, messen. Weitere Geräte messen zur gleichen Zeit den Druckunterschied zwischen Gebäudeinnenraum und der Außenluft.Über entsprechende Computerprogramme werden die gemessenen Luftdruckunterschiede und der Luftvolumenstrom ausgewertet. Der vom Ventilator geförderte Gesamtvolumenstrom (Raumluft-volumen aller in die Untersuchung einbezogenen Räume plus des Volumenstroms durch alle Leckagen) ist damit ein Maß für die Luftdichtheit bzw. Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle.Zur gleichen Zeit werden alle in die Untersuchung einbezogenen Räume mit geeigneten Messmitteln auf vermeintlich undichte Stellen überprüft. Größere Leckagen können bei der Überdruckmessung mittels einer nebelerzeugenden Maschine optisch sichtbar gemacht werden. Dadurch lassen sich undichte Stellen im Bereich der Außenhülle optimal lokalisieren.Maßgeblich für die Ermittlung der Kenngrößen der Luftdichtheit ist die DIN V 4108-7. Hieraus ergeben sich folgende zulässige Luftwechsel:
  • bei Gebäuden mit Fensterlüftung ist ein dreifacher Luftwechsel innerhalb einer Stunde zulässig           
  • bei Gebäuden mit Lüftungsöffnungen bzw. Abluftanlagen und bei Gebäuden nach dem Niedrigenergiestandard ist eine einfache Luftwechselrate zulässig.
Sollten die zulässigen Luftwechsel überschritten werden, gelten die Gebäude nach der DIN als undicht! Luftdichtheit der GebäudehülleMit der schrittweisen Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes wurde der Anteil der Lüftungswärmeverluste an den gesamten Wärmeverlusten immer größer. Durch die Energieeinsparverordnung EnEv und die DIN 41087 wurden die Lüftungswärmeverluste erstmals dokumentiert und in den entsprechenden Berechnungen berücksichtigt. Das Interesse an Luftdichtheit gewinnt aufgrund der immer dichteren Bauweise (Baustoffe) immer mehr an Bedeutung. Durch häufige Fehler in der eigentlich luftdichten Gebäudehülle kommt es immer wieder zu Schimmelschäden bzw. zu störender Zugluft und damit zu Energieverlusten und Baumängeln.

Ein Luftaustausch zwischen Außen und Innen ist grundsätzlich notwendig, damit die beim Kochen, Duschen, Wäsche waschen etc. in die Luft austretende Feuchtigkeit aus dem Haus transportiert wird.

Bei diesem Luftwechsel werden die in der Atemluft in Gerüchen, Ausdünstungen, Bodenbelägen etc. vorhandenen Kohlendioxide reduziert. Ein häufig vorgetragenes Argument gegen das luftdichte Bauen ist die Behauptung, dadurch würden Schimmelschäden zunehmen.

Tatsächlich nahmen in vielen Altbauten nach einer Sanierung die Schimmelschäden zu, nachdem undichte Fenster gegen hochwertige Fenster ausgetauscht worden waren. Ebenfalls nahmen die Schimmelschäden bei einem Austausch der Einzelöfen gegen Zentralheizungen zu.

Dies ist in der Tatsache begründet, dass über den alten Kaminzug eine ständige Luftabfuhr nach außen gewährleistet war und durch die undichten Fenster bzw. Fensteranschlüsse genügend Luft von außen nachströmen konnte. Die hierbei entstehende kalte Zugluft wurde durch eine überdimensionierte Befeuerung des Ofens kompensiert und hingenommen. Wurde nach der Sanierung nicht durch häufigeres, fachgerechtes Öffnen der Fenster (evtl. mechanische Lüftungsanlage) gesorgt, stieg die Raumluftfeuchte an und begünstigte die Schimmelbildung.

Ursache war also der für den schlechten baulichen Wärmeschutz zu geringe Luftaustausch. Feuchte Raumluft, die im Winter durch eine Undichtigkeit entweicht, kühlt im Bauteilinneren ab und Luftfeuchtigkeit kondensiert. Schimmel und Kondensat können sowohl innerhalb des Bauteils als auch auf der Außenseite entstehen. Als besonders gefährdet anzusehen sind große Einzelleckagen im Dachbereich, wo wegen des thermischen Auftriebs Undichtigkeiten besonders häufig von innen nach außen durchströmt werden.

Die Konsequenz muss also sein, dicht zu bauen und die Feuchtigkeitsabfuhr über eine Lüftungsanlage oder durch die fachgerechte Fensterlüftung zu gewährleisten.

Luftströme durch Leckagen vom warmen Innenraum nach außen sind wesentlich häufiger der Grund für feuchtigkeitbedingte Bauschäden durch Tauwasserausfall in Bauteilen als die Wasserdampf-diffusion (Transport des Wasserdampfes von der warmen zur kalten Seite eines Bauteiles).

Schon durch relativ kleine Leckagen kann nämlich sehr viel mehr Feuchtigkeit transportiert werden als durch Diffusion. Dies wird an einem Beispiel deutlich: Durch eine wärmegedämmte, etwa 120 qm große Dachfläche über einem ausgebauten Dachgeschoss werden nach einer Modellrechnung an einem Wintertag durch Diffusion 120 g Wasserdampf nach außen abgegeben. Entsteht in der ansonsten luftdichten Dachfläche durch unzureichende Abdichtung lediglich ein 1 mm breiter Spalt auf 1 m Länge, dann werden durch diese Leckage im gleichen Zeitraum durch die Luftströmung 360 g Wasserdampf transportiert, also etwa dreimal so viel wie durch Diffusion über die gesamte Dachfläche.Bei einem fachgerechten Luftwechsel werden Feuchtigkeit und sonstige Belastungen der Luft abtransportiert und führen nicht zu einem erhöhten Heizenergieverbrauch. Die Messung der zulässigen Mindestluftwechselrate bzw. die Messung der Luftdurchlässigkeit erfolgt nach dem heute üblichen Blower- Door Messverfahren.
 

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